Lebensräume

Lebensräume im Steigerwald

Ein Lebensraum ist ein alter Baumstumpf genauso wie eine blühende Wiese oder ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Der Naturpark bietet eine Vielzahl von Lebensräumen, die weit über die bekannten Wälder des Steigerwaldes hinausgehend. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele: 

 

Naturschutzgebiete

Nach § 23 des Bundesnaturschutzgesetzes sind Naturschutzgebiete rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist

 1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
 2. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder
 3. wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit.

Über die Hälfte des Naturparks Steigerwald ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, Naturschutzgebiete finden sich kleinräumiger.

 

Rauhenebrach
Naturschutzgebiet Weilersbachtal

Das Weilersbachtal bei Rauhenebrach-Obersteinbach ist ein schmales Wald- und Wiesental inmitten der ausgedehnten Laubwälder des Nordsteigerwaldes. Es wurde 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, um das offengebliebene Bachwiesental zu schützen und weiter zu entwickeln, und ist Teil des Europäischen schutzgebietssystems Natura 2000.

Der Weilersbach entspringt im hindelshausener Forst und verläuft zunächst in geschlossenen Waldgebieten. Weiter südlich öffnet sich ein schmales Weisental und gleichzeitig fließen mehrere Seitenbäche in den Talraum. Am Südende mündet der Weilersbach in den Steinbach und wenig später in die Rauhe Ebrach.

Im Weilersbachtal leben zum Beispiel der Laubfrosch, die Sumpfschrecke oder der Schwarzstorch, der in den nahen Wäldern seinen Lebensraum findet.

Naturwaldreservate

In Bayern gibt es 165 Naturawldreservate mit mehr als 7000 Hektar Fläche. Dies sind ausgewiesene Waldbereiche, die sich in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden. Die natürliche Waldbewirtschaftung läft hier ungestört ab, so dass hier Urwälder mit viel Totholz und besonderen Tier- und Pflanzenarten entstehen können. Die Naturwaldreservate werden wissenschaftlich begleitet und liefern Daten und Informationen für die zukünftige Waldentwicklung.

Knetzgau
Naturwaldreservat Böhlgrund

Das Naturwaldreservat Böhlgrund erstreckt sich südlich von Knetzgau, von Zell am Ebersberg in den Böhlgrund. Es liegt im Vogelschutz- und FFH-Gebiet "Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwaldes" und ist mit 182 ha das größte Naturwaldreservat in Bayern außerhalb der Alpen.

Das Reservat umfasst die tief eingeschnittenen Seitentäler südlich des Böhlbachs. Die Geologie bestimmen die unteren Schichten des Steigerwaldkeupers mit tonhaltigen und gipsführenden Schichten und darüber liegendem Schilfsandstein. Durch die vielen austretenden Quellen haben sich tonige, aber teilweise instabile Böden gebildet. Daher konnten sich im Böhlgrund neben der Buche auch  Baumarten wie Linde, Esche, Bergahorn oder auch Elsbeere und Speierling entwickeln.

Das Totholz bietet Lebensraum zum Beispiel für die Larven des seltenen Netz-Rotdeckenkäfers und des Pechfüßigen Rindenschmalkäfers. In den feuchten Gebieten fühlen sich zahlreiche Schneckenarten besonders wohl, darunter auch die Kleine Bernsteinschnecke mit ihrem lediglich bis zu 8 mm, großen Schneckenhaus.
(Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt)