Lebensräume

Lebensräume im Steigerwald

Ein Lebensraum ist ein alter Baumstumpf genauso wie eine blühende Wiese oder ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Der Naturpark bietet eine Vielzahl von Lebensräumen, die weit über die bekannten Wälder des Steigerwaldes hinausgehen. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele: 

 

Naturschutzgebiete

Nach § 23 des Bundesnaturschutzgesetzes sind Naturschutzgebiete rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist

 1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
 2. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder
 3. wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit.

Über die Hälfte des Naturparks Steigerwald ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, Naturschutzgebiete finden sich kleinräumiger.

 

Bad Windsheim
Naturschutzgebiet Gräfholz und Dachsberge

Dieses Schutzgebiet mit seiner Größe von ca. 350 ha ist eines der größten Naturschutzgebiete Mittelfrankens und zählt zu den landeskundlich besonders wertvollen Wäldern Bayerns. Das Gebiet liegt um den Dachsberg nördlich von Bad Windsheim.
Ausgedehnte Mittelwälder, die von wärmeliebenden Eichen-Hainbuchen-Wäldern und Eschen geprägt sind, sind die typische Waldnutzungsform dieser Region. Das Gebiet ist für seine besonders artenreiche Schmetterlingsfauna und seltenen Spechtarten bekannt.

Zahlreiche Infotafeln entlang des Georg-Wilhelm Steller Naturerlebnispfades machen den Besucher mit der artenreichen Schmetterlingsfauna bekannt.

Bad Windsheim
Naturschutzgebiet Külsheimer Gipshügel

Das Naturschutzgebiet Külsheimer Gipshügel findet man zwischen Erkenbrechtshofen und Kühlsheim nördlich von Bad Windsheim. Der Gipshügel, sowie weitere bei Markt Nordheim und Sulzheim sind einzigartig für Bayern und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ und als „Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet“  ausgewiesen.
Das Naturschutzgebiet besitzt eine Größe von ca. 8 ha und befindet sich schon seit über 100 Jahren im Besitz der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg. Der Gipshügel wird von einem subpannonischen Steppen-Trockenrasen dominiert, der besonders schön zur Frühjahrsblüte von Küchenschelle und Adonisröschen zur Geltung kommt. Auch die vielen Erdflechtengesellschaften, die sich auf dem offenen Gips angesiedelt haben, und die lang begrannten Federgräser sind für diese Pflanzengesellschaft typisch.

Im unmittelbaren Umfeld des Gipshügels befinden sich heute extensiv genutzte Magerwiesen, die dem sensiblen Gebiet als Regenerations- und Pufferzone gegenüber den  Agrarflächen im weiteren Umfeld dienen. Drei Tafeln der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg informieren direkt vor Ort über Fauna, Flora und Geologie des Naturschutzgebietes.

 

Ergersheim
Naturschutzgebiet Hutung am Gigert

Die "Hutung am Giegert" liegt etwa 1 km nördlich des Ergersheimer Ortsteils Seenheim und grenzt dort an das Laubwaldgebiet des Kehrenberges an. Dominiert wird das ca. 39 ha große Naturschutzgebiet von markanten immergrünen Wacholderbüschen, die sich teils inselartig mit Kieferngehölzen und kleiräumigen Wiesenflächen und Äckern abwechseln.
Die Wacholderheiden sind alte gemeindliche Hutungsflächen, die auch heute noch regelmäßig mit Schafen beweidet werden. Umsäumt wird das Gebiet von Schlehenhecken, die heckenbrütenden Vogelarten wie dem Raubwürger und Neuntöter einen wertvollen Lebensraum bieten.
Die Hutung liegt auf einem leicht welligem Hang und ist mit zahlreichen Erdwegen durchzogen, auf denen seine Besucher eine abwechslungsreiche Landschaft entdecken können.

Ergersheim
Naturschutzgebiet Rammelsee und kleiner Schimmelsteig

Das Naturschutzgebiet "Rammelsee und kleiner Schimmelsteig" befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Hutung am Gigert“. Das 37 ha große Schutzgebiet ist besonders, da die historische Waldnutzungsform der Niederwaldwirtschaft hier noch praktiziert wird. Bei dieser besonderen Form der Waldnutzung werden die Gehölze alle 25 bis 30 Jahre abschnittweise auf Stock gesetzt und treiben danach wieder aus. Das daraus entstehende Mosaik aus verschiedenen Aufwuchsstadien ist vor allem im Frühjahr oder Winter gut zu erkennen.
Der Wald ist ein sogenannter „Rechtlerwald“. Nach einer seit 1744 gültigen Waldordnung haben die Bürger von Ergersheim das Recht, den Wald zur Brennholzgewinnung zu nutzen.

Gerolzhofen
Naturschutzgebiet Dolinen im Mahlholz

Das Naturschutzgebiet "Dolinen im Mahlholz" liegt in einem westlichen Ausläufer des Steigerwalds zwischen Gerolzhofen, Dingolshausen und Wiebelsberg. Namensgebend sind hier die durch Lösungsvorgänge im Gestein entstanden Senken, sogenannte "Dolinen", welche teils mit Wasser gefüllt sind und dem Lebensraum so durch ein Mosaik aus feuchten und trockeneren Standorten sein charakteristisches Bild geben. Auf dem Gelände, welches 1980 unter Schutz gestellt wurde, wächst heute ein teils lichter Eichen-Hainbuchenmischwald, welcher in den tieferen Lagen von Erlenbeständen unterbrochen wird. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten fühlen sich hier wohl, wie etwa der Schwarz-, und Mittelspecht, aber auch der seltene Halsbandschnäpper. Die feuchten Senken bieten u.a. diversen Amphibienarten wertvollen Lebensraum.

Iphofen
Naturschutzgebiet Halbtrockenrasen am Schwanberg

Das Naturschutzgebiet mit seiner Größe von 9,4 ha liegt am südexponierten Steilhang des Schwanbergs oberhalb der Weinlagen. Dieser Halbtrockenrasen ist eine der wenig übrigen Restflächen von ehemals ausgedehnten Halbtrockenrasenbeständen an den Steilhängen des westlichen Steigerwalddraufs. Charakteristische Standortfaktoren dieser artenreichen Halbtrockenrasen sind: Eine starke Hangneigung, hohe Wärmeeinstrahlung verbunden mit Trockenheit und die rasche Verwitterung des Ton- und Gipsgesteins des Keupers, die in diesen Steillagen ständig offene Bodenstellen schafft.

Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten sind auf diesen Extremlebensraum angewiesen. Umsäumt ist der Halbtrockenrasen von bewaldeten und bebuschten Hangpartien, die das prägende Mosaik von bewaldeten und gehölzfreien Flächen oberhalb der Weinbergslagen vervollständigen.

Ippesheim
Naturschutzgebiet Holzöd

Das ca. 6 ha große Naturschutzgebiet Holzöd liegt am Fuße des Bullenheimer Berges inmitten einer wunderschönen kleingliedrigen Weinbergslandschaft. Hier zerfällt die Schichtstufe des Steigerwaldes nach Westen in mehrere Geländerücken und ergibt ein hügliges Relief, das von einigen alten Hohlwegen durchzogen ist.
Botanisch und faunistisch ist das kleine Naturschutzgebiet ein echtes Juwel, da es viele unterschiedliche Lebensräume mosaikartig in sich vereint und so zahlreichen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bietet. Die von Weitem schon sichtbaren Pyramidenpappeln säumen artenreiche Halbtrockenrasen, die vom Frühsommer bis in den Herbst ein buntes Farbenspiel an Blüten zaubern.

Über das Holzöd verteilt wachsen Eichen, Hainbuchen und Kiefern neben alten Streuobstbestände, die für höhlenbrütende Vögel, wie den Wendehals eine geeignete Lebensstätte sind. Ergänzt wird das Lebensraummosaik von wertvollen, artenreichen Hecken, die zahlreichen Vogelarten Nahrung, Brut- und Versteckmöglichkeiten bieten.

Durch das Naturschutzgebiet führt ein markierter naturbelassener Rundweg, der nach Westen einen schönen Fernblick über den Gollachgau offeriert

Markt Einersheim
Naturschutzgebiet Schlossbergsattel bei Markt Einersheim

Das Naturschutzgebiet Schloßbergsattel bei Markt Einersheim ist Teil des Naturwaldreservat Speckfelden und des Fauna-Flora-Habitat Gebietes „Vorderer Steigerwald mit Schwanberg“ welches auch Vogelschutzgebiet und somit Bestandteil des Europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ ist.

Das Schutzgebiet besitz eine Größe von 78 ha und vereint in sich steigerwaldtypische Magerrasen, Hecken, Streuobstbestände, kleinflächige Weinbergslagen und Eichen- Hainbuchenwälder. Diese vielen unterschiedlichen Biotope bieten zahlreichen gefährdeten Tierarten, wie Reptilien, Schmetterlingen, Käfern und Hautflüglern einen Lebensraum. Seltene Fledermausarten, wie die Bechsteinfledermaus oder die Fransenfledermaus finden in den Lichten Eichen-Hainbuchenwäldern genauso wie der Hirschkäfer ein optimales Habitat. In den Offenlandbereichen und den Weinbergslagen finden Schmetterlingsarten, wie zum Beispiel das Esparsetten-Widderchen oder der Kornwicken-Silberfleckbläuling ihre Lieblingspflanzen.

Markt Nordheim
Naturschutzgebiet Gipshöhle Höllern und Gipshügel Sieben Buckel

Das Naturschutzgebiet Gipshöhle Höllern und Gipshügel Sieben Buckel liegt südlich von Markt Nordheim in einer Talmulde des Ehegrundes. Es umfasst auf einer Fläche von ca.10 ha zwei Schutzobjekte:

Die Gipshöhle „Höllern“ ist die einzig bekannte begehbare Auslaughöhle des Gipskeupers im südlichen Raum und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Die Gipshügel „Sieben Buckel“ säumen die Ränder einer in den Untergrund eingebrochenen Geländerinne.

Entstanden ist dieses Gebiet aus der Verkarstung mächtiger Gipsstöcke, bei der es auch heute noch zu dolinenartigen Einbrüchen kommen kann. Daher darf das Gebiet aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden, und das Wegegebot ist unbedingt einzuhalten. Die Flora und Fauna der Sieben Buckel ähnelt im Wesentlichen der der Kühlsheimer Gipshügel. Die Magerrasen in den Zwischen- und Randflächen werden extensiv beweidet und sind mit Elektroweidezäunen abgegrenzt.

Michelau i. Steigerwald
Spitalgrund und Oberes Volkachtal

Nachdem sich zuvor unter anderem der berühmte Zoologe Bernhard Gzimek für dessen Erhalt stark machte, wurde das Naturschutzgebiet "Spitalgrund und Oberes Volkachtal" bei Prüßberg 1985 unter Schutz gestellt. Es folgt dem Oberlauf der Volkach, welche hier von Mühl-, Holz- und Grundbach gespeist wird. Das Gebiet umfasst Wiesen und Auwälder wie auch die Schluchtwälder, welche die Bäche säumen. Die hier vorkommende Flora und Fauna weist entsprechend der Vielzahl vorhandener Lebensräume eine hohe Artenvielfalt auf. Die Wiesentäler werden von einer vielfältigen Pflanzengesellschaft geprägt. Gewässer bieten Amphibien wie dem bedrohten Feuersalamander geeignete Bedingungen. Die Schluchtwälder, welche sich vorrangig aus Eichen und Hainbuchen zusammensetzen, beherbergen eine artenreiche Vogelfauna. So kommen hier fast alle mitteleuropischen Spechtarten vor. Auch eines unserer scheuesten Wildtiere - die Wildkatze - soll hier bereits gesichtet worden sein.

Oberaurach
Naturschutzgebiet Tretzendorfer Weiher

Mit einer Fläche von ca. 200 ha umfasst das Gebiet um die Weiherkette zwischen Unterschleichach und Tretzendorf eines der größten Naturschutzgebiete im Steigerwald. Insgesamt 14 Teiche mit knapp 18 ha Wasser- samt umliegenden Flächen bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Als Teil des Schutzgebietsnetzes "Natura 2000" hat das 1993 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Areal vor allem für verschiedene, teils streng geschützte Amphibienarten wie Laubfrosch und Kammmolch eine herausragende Bedeutung im gesamten Unterfranken.

Ausgehend vom Wanderparkplatz an den oberen Fischweihern führt ein ca. 2 km langer Erlebnispfad durch das Gebiet, welcher über die dortigen Besonderheiten von Flora & Fauna aufklärt und an verschiedenen Mitmach-Stationen zum Rätseln, Tasten und Hören einlädt.

Rauhenebrach
Naturschutzgebiet Weilersbachtal

Das Weilersbachtal bei Rauhenebrach-Obersteinbach ist ein schmales Wald- und Wiesental inmitten der ausgedehnten Laubwälder des Nordsteigerwaldes. Es wurde 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, um das offengebliebene Bachwiesental zu schützen und weiter zu entwickeln, und ist Teil des Europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000.

Der Weilersbach entspringt im Hindelshausener Forst und verläuft zunächst in geschlossenen Waldgebieten. Weiter südlich öffnet sich ein schmales Weisental und gleichzeitig fließen mehrere Seitenbäche in den Talraum. Am Südende mündet der Weilersbach in den Steinbach und wenig später in die Rauhe Ebrach.

Im Weilersbachtal leben zum Beispiel der Laubfrosch, die Sumpfschrecke oder der Schwarzstorch, der in den nahen Wäldern seinen Lebensraum findet.

Naturwaldreservate

In Bayern gibt es 165 Naturwaldreservate mit mehr als 7000 Hektar Fläche. Dies sind ausgewiesene Waldbereiche, die sich in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden. Die natürliche Waldbewirtschaftung läft hier ungestört ab, so dass hier Urwälder mit viel Totholz und besonderen Tier- und Pflanzenarten entstehen können. Die Naturwaldreservate werden wissenschaftlich begleitet und liefern Daten und Informationen für die zukünftige Waldentwicklung.

Knetzgau
Naturwaldreservat Böhlgrund

Das Naturwaldreservat Böhlgrund erstreckt sich südlich von Knetzgau, von Zell am Ebersberg in den Böhlgrund. Es liegt im Vogelschutz- und FFH-Gebiet "Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwaldes" und ist mit 182 ha das größte Naturwaldreservat in Bayern außerhalb der Alpen.

Das Reservat umfasst die tief eingeschnittenen Seitentäler südlich des Böhlbachs. Die Geologie bestimmen die unteren Schichten des Steigerwaldkeupers mit tonhaltigen und gipsführenden Schichten und darüber liegendem Schilfsandstein. Durch die vielen austretenden Quellen haben sich tonige, aber teilweise instabile Böden gebildet. Daher konnten sich im Böhlgrund neben der Buche auch Baumarten wie Linde, Esche, Bergahorn oder auch Elsbeere und Speierling entwickeln.

Das Totholz bietet Lebensraum zum Beispiel für die Larven des seltenen Netz-Rotdeckenkäfers und des Pechfüßigen Rindenschmalkäfers. In den feuchten Gebieten fühlen sich zahlreiche Schneckenarten besonders wohl, darunter auch die Kleine Bernsteinschnecke mit ihrem lediglich bis zu 8 mm großen Schneckenhaus.
(Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt)

Ebrach
Naturwaldreservat Waldhaus

Auf rund 100 ha (größtes Naturschutzgebiet im Landkreis Bamberg) beherbergt das Naturwaldreservat „Waldhaus“ zwischen Handthal und Ebrach  einen der größten Schätze des Steigerwalds: die sogenannten „Schaufelbuchen“, mit einem Alter von 300 Jahren wahre Methusaleme. Für die Ökologie des Waldes haben die Kernzonen der Reservate einen unschätzbaren Wert, da hier noch viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten leben, welche ansonsten nur noch in Urwäldern zu finden sind. Als ein solches "Urwaldrelikt" wäre beispielhaft der Eremit zu nennen, eine große Käferart, die sich in den Mulm- und Faulhöhlen mehrhundertjähriger Buchen entwickelt und sehr standorttreu ist. Der Artenreichtum hat auch mit dem Totholzanteil zu tun, der hier mit ca. 100 Festmetern pro Hektar sehr hoch ist. Entsprechend zahlreich sind die Destruenten: So kommen im „Waldhaus“ seltene Pilzarten wie Igel-, Dorn- und der Ästige Stachelbart vor, welche das Totholz zersetzen und es letztendlich wieder dem Nährstoffkreislauf zuführen.

Natura-2000-Gebiete

Die Anfang der Neunziger Jahre von der Europäischen Union verabschiedete „Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen“ – besser bekannt als „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ – dient zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie im Wesentlichen der Umsetzung der Berner Konvention von 1979 und stellt somit eines der wichtigsten Instrumente des internationalen Arten- und Biotopschutzes in Europa dar. Grundlage hierfür ist ein europaweites Netz von zusammenhängenden Schutzgebieten, welches als „Natura 2000“ bezeichnet wird. Von außerordentlicher Bedeutung sind darin Gebiete, welche in besonderem Maße die in den Anhängen der FFH-Richtlinie aufgeführten seltenen oder bedrohten Arten und Lebensräume schützen. Diese heißen deshalb „FFH-Gebiete“ bzw. „Besondere Erhaltungsgebiete“ (BEG). Jedes EU-Land ist verpflichtet, diese besonders wertvollen Gebiete zu melden und Managementpläne zu ihrem Schutz zu entwickeln. Ziel ist ein „günstiger Erhaltungszustand“ von Lebensraumtypen sowie der darin lebenden Populationen geschützter Tier- und Pflanzenarten.

In Bayern besteht das Natura-2000-Netz aus insgesamt 745 Einzelschutzgebieten, die zusammen eine Fläche von annähernd 800.000 ha (ca. 11,3% der Landesfläche) umfassen.

Mit mehr als 50.000 ha leistet der Steigerwald einen wesentlichen Beitrag zum Natura-2000-Netz. Als Schutzgebiet von internationaler Bedeutung haben die „Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwalds“ (über 15.000 ha) hieran den größten Flächenanteil und bieten streng geschützten Arten wie dem Schwarzstorch, dem Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder der scheuen Wildkatze wertvollen Lebensraum. Der „südliche Steigerwald“ (über 11.000 ha) als eines der letzten großflächig genutzten Mittelwaldgebiete in Deutschland hingegen ist u.a. bekannt für seinen Reichtum an verschiedenen Schmetterlingsarten.

Hutewälder

 

Hutewälder sind Wälder, die nicht der Holzgewinnung dienen. Sie wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die Randbereiche bestehender Wälder als Viehweiden gepflanzt, da diese fortan nicht mehr als Waldweiden von Jedermann genutzt werden durften. Gepflanzt wurden meist Eichen in „Reih und Glied“. Bis diese Hutewälder aber in die Nutzungsphase kamen, hatte sich längst die Kartoffel als Viehfutter durchgesetzt und die Tiere wurden zunehmend in Ställen gehalten. Heute sind die verbliebenen Reste von Hutewälder europaweit von der vollständigen Vernichtung bedroht. Da sie besonders artenreiche Biotope darstellen, in denen meist zahlreiche seltene vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind und zudem auch als wertvolles Kulturgut gelten, sind sie heute in ganz Europa unter Schutz gestellt.

 

Hutewald Iphofen /Possenheim

Ab Anfang August bis Mitte Dezember stehen die Schweine bei Possenheim auf der Weide.


Hutewald Markt Bibart

Direkt am Wolfsee in Markt Bibart. Zur Beweidung wird ab Anfang Mai Fränkisches Gelbvieh eingesetzt.

 

Hutewald Hürfelder Eichwasen

Direkt an der Staatsstraße von Markt Bibart nach Sugenheim, kurz hinter der Fuchsau/ Rauch Spahnplattenwerk.

Beweidung mit Ziegen und Schafen ab April.

 

Naturerlebnisweg Hutewald in Hellmitzheim

Ganzjährige Beweidung mit Rotwild und Fränkischem Gelbvieh. Ein Erlebnisweg zum Thema Hutewald lädt zum Entdecken ein.

 

Laimbachhof

Kein klassischer Hutewald, sondern ganzjährige Freilandhaltung von Schweinen in einem Mittelwald bei Ullstadt. Das Füttern der Tiere ist aus hygienischen Gründen ausdrücklich untersagt.