Maßnahmen und Projekte

Artenschutzprojekt für die Gelbbauchunke

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) mit ihrer charakteristischen gelb-schwarzen Unterseite und herzförmigen Pupillen ist die kleinste Amphibienart Mitteleuropas. Als sogenannte Pionierart liebt sie Pfützen, Fahrspuren, kleine Tümpel und andere Kleinstgewässer aller Art, in welchen Fressfeinde fehlen. Doch leider gehen solche kleinen Wasserstellen oft aus Unwissen durch die Befestigung von Wegen oder Verfüllung von Mulden und Pfützen verloren.

In den Naturparken Steigerwald und Frankenhöhe kommt die Gelbbauchunke noch vor. Sie lebt hier gerne in Wäldern bzw. waldnahen Lebensräumen. In den Landkreisen Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und Ansbach erfassen Mitarbeiter der Naturparke Steigerwald und Frankenhöhe mit Hilfe von Ehrenamtlichen die Vorkommen der Gelbbauchunke und erarbeiten Maßnahmen für den Erhalt und die Vernetzung ihrer Lebensräume. Das Artenschutzprojekt wurde in Zusammenarbeit mit den Unteren und Höheren Naturschutzbehörden 2020 gestartet und soll über mehrere Jahre fortgesetzt werden.

Artenschutzprojekt zur Naturraumaufwertung in Iphofen/Hellmitzheim

Viele unserer heimischen Tiere sind auf ganz bestimmte Standortbedingungen angewiesen, welche einstmals häufig, heutzutage inmitten der ausgeprägten Kulturlandschaft jedoch immer seltener zu finden sind. So gibt es beispielsweise unter den Insekten und hier insbesondere den Schmetterlingen viele Arten, die auf ganz bestimmte Pflanzenarten auf Magerstandorten angewiesen sind.

 

Anknüpfend an das Life+-Projekt "Wälder und Waldwiesentäler am Steigerwaldrand bei Iphofen" wird in einem langfristig angelegten Förderprojekt des Naturparks Steigerwald zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Kitzingen und dem Flatterhaus Hellmitzheim eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Gemarkung Iphofen/Hellmitzheim in eine magere Flachlandmähwiese (FFH-Lebensraumtyp 6510) entwickelt. Die Fläche, welche später einen wertvollen Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten darstellt, liegt in unmittelbarer Nähe zum Hutewaldprojekt der Stadt Iphofen.

 

So profitieren u.a. das Rotbraune Ochsenauge (Pyronia tithonus) und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) von der Maßnahme zur Naturraumaufwertung. Aber auch verschiedene Fledermausarten wie etwa das Graue Langohr (Plecotus austriacus) finden auf der zukünftigen Fläche neue Jagdgründe, u.a. durch die Schaffung von mehr Strukturreichtum durch Pflanzungen verschiedener Gehölze. Heckenpflanzungen entlang der Fläche verbinden zudem Lebensräume der Haselmaus (Muscardinus avellanarius) in den Saumbereichen angrenzender Waldgebiete.

 

Die Entwicklung der Fläche soll über mehrere Jahre durch ein Monitoring dokumentiert werden.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) bei der Eiablage

Rotbraunes Ochsenauge (Pyronia tithonus)

Graues Langohr (Plecotus austriacus)

Haselmaus (Muscardinus avellanarius)

Artenschutzprojekt zur Förderung von Gebäudebrütern und Fledermäusen

Der Naturpark Steigerwald ist durch eine Vielzahl an historischen und zeitgenössischen Nutzungs- und Bewirtschaftungsformen geprägt, welche zusätzlich zu den naturräumlichen Gegebenheiten die Lebensraumvielfalt des Gebiets erhöhen. Die im Naturpark liegenden Gemeinden erweitern diesen Verbund zusätzlich durch potentielle Lebensräume für Tierarten, welche – ursprünglich an Felsenbiotope angepasst - in beziehungsweise an Gebäuden leben, wie beispielsweise verschiedene Vogel- und Fledermausarten. Sowohl in als auch im Umfeld der Städte und Dörfer finden sich darüber hinaus Strukturen, welche für diese Arten als Nahrungshabitate dienen (Parks, Alleen, Streuobstbestände, landwirtschaftliche Flächen, Gewässer, etc.). Die grundsätzlich begrüßenswerte Sanierung und Instandsetzung des Gebäudebestandes im Sinne der Energieersparnis und damit des Klimaschutzes führt häufig leider zum Verlust von Lebens- und Fortpflanzungsstätten von geschützten bis streng geschützten Arten. Somit ist der Erhalt beziehungsweise die Schaffung geeigneter Lebensstätten an Gebäuden wichtig für den langfristigen Erhalt und Förderung dieser gebäudeassoziierten Tierarten.

Über ein durch den Naturpark Steigerwald beantragtes Förderprojekt wird den Mitgliedsgemeinden des Naturparks durch einen Fördersatz von 70 Prozent die kostengünstige Anschaffung verschiedener Nisthilfen bzw. Fledermausquartiere ermöglicht. Durch diese Maßnahme soll langfristig ein großflächiger Lebensraumverbund zur Unterstützung gebäudeassoziierter Vogel- und Fledermausarten über die Fläche des Naturparks entstehen.

Mehlschwalben sammeln an einer Pfütze Lehm für den Nestbau

Früher Allerweltsvogel, heute zunehmend gefährdet: der Haussperling

Ein Mauersegler lugt aus seiner (künstlichen) Nisthöhle

Wasserfledermäuse in einer Mauerspalte

Neuerrichtung des Aussichtsturms am Zabelstein

Als Förderprojekt des Naturparks Steigerwald wird 2020 der Aussichtsturm am Zabelstein neu errichtet, der alte Turm musste im vergangenen Jahr aus statischen Gründen geschlossen werden und wurde mittlerweile zurückgebaut. Das bayerische Umweltministerium hat dem Naturpark nun durch die Regierung von Unterfranken über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie eine Förderung in Höhe von 230.000 Euro für den neuen Turm in Aussicht gestellt. Das entspricht einem Fördersatz von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Die weitere Umsetzung erfolgt durch den Landkreis Schweinfurt als Mitglied des Naturparks Steigerwald e. V., auf dessen Fläche sich der Zabelstein befindet.

Der Zabelstein ist mit circa 483 Metern die höchste Erhebung des nördlichen Steigerwalds und ein beliebtes Ausflugsziel im südlichen Landkreis Schweinfurt. Wie der alte Turm wird auch der neue Turm eine Aussichtsplattform in circa 18 Metern Höhe haben, die eine weite Fernsicht auf das Steigerwaldvorland, bei klarem Wetter sogar bis in das Maintal, die Haßberge und die Rhön bietet.  

Ergänzend zum Turmbau sind im umliegenden Bereich weitere Maßnahmen zum Artenschutz und zur Information der Besucher über den Naturraum am Zabelstein vorgesehen.

Eine Pressemitteilung des Landratsamtes Schweinfurt vom 20. Februar 2020 finden Sie hier.