Tierwelt

Holzbewohnende Käfer

Viele, mittlerweile selten gewordene Käferarten entwickeln sich in abgestorbenem, sich zersetzendem Holz. Die Larven vieler dieser sogenannten „xylobionten“ (griechisch „xylos“ = Holz und „bios“ = Leben) Arten brauchen mehrere Jahre für ihre Entwicklung zum fertigen Käfer, in welcher sie sich vom nährstoffarmen Holz ernähren. Ferner handelt es sich meist auch um wärmeliebende Arten, welche auf ein bestimmtes Mikroklima angewiesen sind und zu dicht stehende und damit kühle Wälder meiden.

Der Steigerwald bietet mit seinem hohen Anteil an stehen- und liegengelassenem Totholz sowie lichteren Waldbereichen, welche sich rascher erwärmen können, einigen der imposantesten Arten wie dem größten Käfer Europas, dem Hirschkäfer (Lucanus cervus, Männchen bis zu 8 cm lang), dem Großen Eichenbock (Cerambyx cerdo) oder dem Eremiten (Osmoderma eremita, auch „Juchtenkäfer“ genannt) wertvollen Lebensraum.

Schwarzspecht

Die mit bis zu 60 cm größte in Deutschland heimische Spechtart ist ein häufiger Brutvogel im Steigerwald und baut ihre Höhlen mit Vorliebe in alte Buchen in zehn bis 15 Metern Höhe. Der Schwarzspecht ernährt sich vorrangig von totholzbewohnenden Ameisen; Anzeichen seiner Schaffens in Form großflächiger Hackspuren lassen sich an vielen Stellen im Steigerwald finden. Die vom Schwarzspecht gezimmerten Höhlen dienen überdies vielen anderen höhlenbrütenden Vogelarten als Nistplatz, so z.B. dem Raufußkauz (Aegolius funereus) und der Hohltaube (Columba oenas).

Wildkatze

Lange, bevor die Römer die ersten Hauskatzen in die Region mitbrachten, waren die heimischen Wälder Lebensraum einer scheuen Jägerin auf leisen Pfoten, welche kaum jemand je zu Gesicht bekommt: der Wildkatze (Felis silvestris).

Sie ist auf naturnahe, zusammenhängende Waldgebiete angewiesen, wo sie Reviere beachtlicher Größe (200-1.000 ha, in Ausnahmefällen bis 5.000 ha) besetzt. Zudem sind die Tiere Einzelgänger und dulden Gesellschaft nur in der Paarungszeit. Was ihren Lebensraum anbelangt, ist die Wildkatze anspruchsvoll: der Baumbestand darf nicht zu dicht stehen, sonst wird es ihr schnell zu feucht, weshalb lichte Waldbereiche ein Wildkatzenrevier enorm aufwerten. Zudem ist ein ausreichendes Angebot an Versteckplätzen in Form von Dickichten, Wurzeltellern, alten Dachs- und Fuchsbauen o.ä. für die Jungenaufzucht unerlässlich. Von einer Hauskatze kann die Wildkatze übrigens anhand des äußeren Erscheinungsbilds nicht einwandfrei unterschieden werden. Merkmale wie der buschigere Schwanz, die fleischfarbene Nase oder der sog. „Aalstrich“ können als Anhaltspunkte dienen, Gewissheit verschafft lediglich eine genetische Untersuchung.

Lebensraumverlust, -zerschneidung und Bejagung haben die Wildkatze in Bayern beinahe ausgerottet, durch aufwendige Wiederansiedlungsprojekte konnten mittlerweile jedoch in einigen Gebieten kleinere Bestände aufgebaut werden. Im nördlichen Steigerwald bei Fabrikschleichach gelang 2017 eine kleine Sensation, als erstmals drei Jungtiere beobachtet werden konnten. Hoffen wir, dass noch mehr dieser faszinierenden Samtpfoten den Weg zurück in unsere Wälder finden werden!

Schwarzstorch

Im Gegensatz zu seinem bekannteren Verwandten, dem Weißstorch, lebt der scheuere Schwarzstorch (Ciconia nigra) in großen, strukturreichen Wäldern mit nicht zu dichtem Baumbestand, wo er an Waldbächen, Lichtungen u.ä. auf Nahrungssuche geht. Er braucht freien Anflug zu seinem Nest, weshalb bewaldete Hänge und lichte Altholzbestände zu seinen bevorzugten Neststandorten zählen. Im Steigerwald nisten mittlerweile mehrere Brutpaare.